"Ächter Acajou, ostindischer Anacardienbaum.
Dieser Baum, der nach Roxburghs Beobachtung Zwitter- und männliche Blumen auf verschiedenen
Stämmen trägt, gehöret eigentlich zur Polygamia Dioecia ; die Species plantarum
aber, die ich in Hinsicht des Systems bey diesen Medizinalgewächsen zum Grunde lege, geben
ihm seinen Platz in der Pentatidria Trigynia.
Die Nüsse des ächten Acajous gehören mit zu den rohen Arzneymitteln, und sind unter
dem Nahmen der ostindischen Elephantenläuse (Anacardimn Orientale) bekannt. Die westindischen
Elephantenläuse, welche von dem westindischen Nierenbaume (Anacardium occidentale)
kommen, unterscheiden sich von diesen durch ihre nierenförmige Gestalt.
Die grüne, zerstoßene Frucht (der fleischige Befruchtungsboden) giebt einen guten Vogelleim.
— Der in der Schale der Nuss enthaltene schwarze, harzige Saft ist so scharf und ätzend,
dass er schon in geringer Menge nicht nur die Haut roth macht und Blasen zieht, sondern auch
— vorzüglich bey zarten Personen — Entzündungen hervorbringt und in größerer Menge sogar
üble Schäden verursacht.
Nach Roxburghs Berichte gebrauchen die Einwohner diesen Saft wider Hüftweh, Rheumatismen
und Verrenkungen; und die Telinganischen Ärzte heilen damit die venerische
Krankheit. Sie mischen nämlich frische, zerstoßene Tamarindenblätter, Kokosnussöhl und Zucker,
von jedem zwey Unzen, mit einer Unze des aus der Schale gepressten Saftes, und geben von
dieser Mischung täglich zweymal einen Essiöffel voll.."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Erster Band. 1805.)