Verwendet werden die Blätter (Melisse folium - Melissenblätter) und das daraus gewonnene ätherische Öl mit dem typisch zitronenartigen Geruch.
Traditionelle Anwendung:
Melissenblätter helfen bei nervös bedingten Einschlafstörungen sowie funktionellen Magen-Darm-Beschwerden oft als Bestandteil von Phytopharmaka. In der Volksheilkunde wird die Droge weiterhin gegen Hysterie, Melancholie, bei chronischen Bronchialkatarrhen, nervösem Herzklopfen, Migräne sowie zur Steigerung der Gallensekretion eingesetzt. Im Haushalt werden frische Melissenblätter als Gewürz für Salate und Soßen verwendet.
Melissenöl wird in der Volksheilkunde gegen Blähungen eingesetzt, in der Aromatherapie zur Beruhigung sowie als Diaphoretikum. Auch eine gewisse virostatische Wirkung kommt der Droge zu, besonders gegen Herpes-Viren. Klinische Daten liegen dazu allerdings noch nicht vor. In der Kosmetik und als Bestandteil von Badeölen wird die Droge vielfach verwendet.
Homöopathie:
Melissa HAB 34, die frischen Blätter.
Anwendungsgebiet: Regelstörungen.
Anerkannte Medizinische Anwendung:
ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy): innerlich bei Angespanntheit, Unruhe und Reizbarkeit sowie zur symptomatischen Behandlung von Verdauungsbeschwerden wie leichte Bauchkrämpfe; äußerlich zur Behandlung der wunden Stellen (Lippenbläschen) bei Lippenherpes.
Erfahrungsmedizin: Als Badanwendung zur Beruhigung und Entspannung. Melissengeist als Einreibung bei Nervenschmerzen, Muskelkater und Hexenschuß.
Keine unerwünschten Wirkungen bekannt.
Bereitung eines Teeaufgusses:
1,5 bis 4,5 g fein geschnittene Melissenblätter mit 150 mL heißem Wasser übergießen (nicht kochen!), 5 bis 15 Min. ziehen lassen und abseihen.
Mehrmals täglich 1 Tasse frisch bereiteten Melissentee warm trinken.