Synonyme: Melissa altissima, M. graveolens, Thymus melissa;
Citronelle, Herzkraut, Zitronenmelisse
Historisches: Im Altertum wurde die Melisse v.a. als Bienenfutterpflanze kultiviert (melissa bezeichnet im griechischen die Honigbiene). Die antiken Ärzte nutzten sie aber auch als Heilpflanze bei Frauenleiden. Später wurde die Pflanze von den Arabern kultiviert. In Deutschland ist ein Anbau der Melisse erst zu Beginn des 16. Jh. festzustellen. Als Bestandteil des Karmelitergeistes bzw. des späteren Spiritus Melissae compositum spielte die Droge als Hausmittel mit breiter Anwendung eine wichtige Rolle.
Drogen: 1. Melissae aetheroleum (syn. Aetheroleum Melissae, Melissae oleum, Oleum Melissae); Melissenöl, das äther. Öl der Pflanze.
Inhaltstoffe: Monoterpenaldehyde als Geruchsträger (ca. 40-75 %, v.a. Geranial, Neral und Citronellal, ferner Linalool, Geraniol und Geranylacetat), Sesquiterpene, u.a. β-Caryophyllen und Germacren D sowie Spuren von einer Vielzahl weiterer Verbindungen.
2. Melissae folium (syn. Folia Melissae citratae, Folium Citronellae, Folium Melissae); Melissenblätter (syn. Frauenkraut, Herzkraut, Zitronenkraut, Zitronenmelisse), die getrockneten Laubblätter.
Inhaltstoffe: äther. Öl (0,02-0,8 %, Zusammensetzung s. Melissae aetheroleum), Gerbstoffe (3-5 %, v.a. Rosmarinsäure, Kaffeesäurederivate), Phenolcarbonsäuren und Derivate, Flavonoide, Triterpensäuren (Ursolsäure), Bitterstoff, Bernsteinsäure, Aesculetin.