"[III.108. - Melisse] - Melissa altissima (Labiatae) - Hohe Melisse, Melissa officinalis (Labiatae) - Melisse
Das Melissophyllon, welches Einige, auch Melittaina nennen [Andere Melittaion, Meliphyllon, Erythra, Temele, die Römer Apiastrum, auch Citrago, die Gallier Meriseimorion]. Es wird so genannt, weil die Bienen sich an der Pflanze ergötzen. Ihre Blätter und Stengelchen gleichen denen der vorher genannten Ballote, sie sind jedoch grösser und zarter und nicht so behaarte riechen aber nach Citronen. Die Blätter mit Wein getrunken und als Kataplasma sind ein gutes Mittel gegen Skorpion- und Spinnenstiche und Hundsbisse. Auch ihre Abkochung als Bähung dient gegen dieselben Uebel. Ferner ist sie als Sitzbad zur Beförderung der Katamenien wohl angebracht, als Mundspülwasser bei Zahnschmerzen und als Klystier bei Dysenterie; die Blätter mit Natron getrunken helfen denen, die durch den Genuss von (giftigen) Pilzen gepeinigt werden und gegen Leibschneiden, im Leckmittel auch den an Orthopnöe Leidenden. Mit Salz als Kataplasma zertheilen sie Drüsen am Halse und reinigen Geschwüre, Gelenkschmerzen besänftigen sie als Umschlag."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)