"[IV.157. - Salbeneichel] - Hyperanthera moringa (Moringaceae)
Die Salbeneichel ist die Frucht eines der Tamariske ähnlichen Baumes, sie gleicht der sogen. pontischen Nuss, ihr Kern, zerquetscht wie bittere Mandeln, liefert eine Flüssigkeit, welche man statt Oel zu den kostbaren Salben verwendet. Sie wächst in Aethiopien, Aegypten, Arabien und Petra an der Grenze von Judäa. Den Vorzug hat die frische, volle, weisse und leicht zu schälende. Diese, fein gestossen, in der Gabe von 1 Drachme mit Essigwasser getrunken, erweicht die Milz, sie wird dazu auch mit Taumellolchmehl als Kataplasma gebraucht und mit Honigmeth auch bei Podagra. Mit Essig gekocht bringt sie Krätze und Aussatz weg, mit Natron weisse Flecken und dunkle Narben. Mit Harn vertreibt sie Leberflecken, Finnen und Ausschlag im Gesicht. Sie bewirkt Erbrechen und löst mit Honigwasser den Bauch. Sie ist aber dem Magen sehr schädlich, und das daraus bereitete Oel bewirkt, getrunken, Abführen. Adstringirender dagegen ist die Schale. Der Rückstand nach dem Zerstossen und Auspressen wird den Salben zugemischt, welche gegen Rauheiten und Jucken dienen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[I.40. - Behenöl] - Moringa oleifera / pterygosperma (Moringaceae) - Behennüsse
Auf gleiche Weise [wie Mandelöl] wird das Behenöl bereitet. Es hat die Kraft, Male, Leberflecken, Finnen und das Dunkle der Narben zu vertreiben, auch den Bauch zu reinigen. Dem Magen ist es nicht zuträglich. Mit Gänsefett eingeträufelt hilft es gegen Ohrenschmerzen, Ohrensausen und Ohrenklingen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)