"[I.89. - Schinos] - Pistacia lentiscus (Anacardiaceae) - Mastixpistacie
Die Mastizpistacie, ein bekannter Baum, alle seine Teile sind zusammenziehend; denn sowohl die Frucht derselben, als auch die Blätter und die Rinde der Zweige und der Wurzel haben dieselbe Kraft. Es wird auch ein Saft aus der Rinde, aus der Wurzel und den Blättern bereitet, wenn sie genügend mit Wasser gekocht sind, indem dann die Flüssigkeit, nachdem die Blätter zu Ende des Kochens beseitigt sind, wieder bis zur Honigkonsistenz eingekocht wird. Als Adstringens wirkt er getrunken gegen Blutsturz, Bauchfluss, Dysenterie, sowie gegen Blutfluss aus dem Uterus und gegen Gebärmutter-und Mastdarmvorfall. Überhaupt lässt sie (die Mastixpistacie) sich statt der Akazie und Hypokistis gebrauchen. Dasselbe leistet auch der ausgepresste Saft der Blätter. Die Abkochung derselben ferner als Bähung füllt hohle Stellen aus und verursacht an den nicht verwachsenen Knochen die Kallusbildung, stellt auch den Gebärmutterflass, hält fressende Geschwüre auf und ist harntreibend. Sie befestigt auch als Mundspülwasser lose Zähne. Die grünen Holzsplitter, mit welchen statt Zahnstochern die Zähne gerieben werden, machen diese glatt. Endlich wird aus der Frucht selbst ein adstringirendes Öl bereitet, geeignet für alle ein adstringens benötigenden Fälle."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[I.50. - Öl des Mastixbaumes] - Pistacia lentiscus (Anacardiaceae) - Mastixbaum
Das Öl des Mastixbaumes wird ähnlich wie das Lorbeeröl aus den reifen Früchten dargestellt, vorher verdichtet; es heilt die Krätze des Zugviehes und der Hunde. Auch wird es den Zäpfchen, Salben und Aussatzmitteln mit Vorteil zugesetzt. Es hält den Schweiß zurück. Ähnlich wird auch das Terebinthenöl bereitet; es trocknet aus und adstringiert."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[I.90. - Mastixharz] - Pistacia lentiscus (Anacardiaceae) - Mastixpistacie
Von derselben stammt auch ein Harz Schinine, von Einigen dagegen Mastix genannt, welches mit Vorteil gegen Blutsturz und veralteten Husten im Trank gebraucht wird. Es ist auch dem Magen wohlbekömmlich, da es Aufstoßen bewirkt. Ferner wird es den Zahnmitteln und den Gesichtspomaden als glänzendmachendes Mittel zugemischt. Es verklebt auch die Haare in den Augen, bewirkt gekaut Wohlgeruch des Mundes und zieht das Zahnfleisch zusammen. Das beste und meiste wird auf der Insel Chios erzeugt; den Vorzug darunter verdient das glänzende, an Helle dem tyrrhenischen Wachs ähnliche, das volle, feste, leicht zerreibliche und wohlriechende, das grünliche dagegen ist minderwertig. Verfälscht wird es durch Zumischung von Weihrauch und Strobilosharz."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[I.51. - Mastixharzöl] - Pistacia lentiscus (Anacardiaceae) - Mastixbaum
Das Mastixharzöl wird aus zerriebenem Mastix bereitet. Es ist wirksam gegen alle Gebärmutterleiden, mäßig erwärmend, adstringierend, wirksam gegen die den Magen überziehenden Verhärtungen, Bauchschmerzen und Dysenterieanfälle; auch reinigt es das Angesicht und bewirkt eine gesunde Farbe."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)