Synonyme: Carduus marianus, Carthamus maculatus, Cirsium maculatum, Mariana mariana, Silybum maculatum;
Frauendistel, Silberdistel
Historisches: Die ursprüngliche Bezeichnung für die Pflanze war nach Linné Carduus marianus. Erst später wurde sie in eine neue Gattung, nämlich Silybum, überführt, die sich etymologisch vom griechischen sílibon (Quaste) ableitet und deren einzige Species sie darstellt. Diese weicht somit von der historischen Bezeichnung ab. Die heutige Verwendung der Droge und seiner zahlreichen Arzneifertigpräparate in der Therapie von Lebererkrankungen geht zurück auf die Empfehlungen des Arztes Johann Gottfried Rademacher (1772-1850), einem Zeitgenossen von Samuel Hahnemann. Die lange Zeit in Vergessenheit geratene Droge fand inzwischen durch umfangreiche analytische und klinische Studien ihre wissenschaftliche Bestätigung.
Droge: 1. Cardui mariae fructus (syn. Silybi marianae fructus, Fructus Cardui mariae, Semen Cardui mariae); Mariendistelfrüchte (syn. Marienkörner, Stechkörner, Frauendistelfrüchte, Magendistelsamen, Stichsaat, Stichsamen)
Inhaltstoffe: Flavonolignane (1,5-3 %) als Silymarin = Isomeren-Gemisch aus Silybin, Silychristin vgl. Formel und Silydianin vgl. Formel; Flavonoide, u.a. Apigenin, Chrysoeriol, Quercetin; fettes Öl, Triterpene, Proteine.
2. Cardui mariae herba (syn. Herba Cardui mariae); Mariendistelkraut, das während der Blütezeit gesammelte, getrocknete Kraut.
Inhaltstoffe: Flavonoide, v.a. Apigenin und seine Glykoside; Phytosterole und Triterpene, Polyine, Fumarsäure.