Prunus w [latein., = Pflaumenbaum], Gattung der Rosengewächse mit ca. 430 Arten in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel sowie Südamerika. Sommer- oder immergrüne Sträucher und Bäume mit einfachen, oft gesägten Blättern (bisweilen mit extrafloralen Nektarien) und einzeln, in kleinen Dolden oder Trauben stehenden Blüten, die im Frühjahr oft vor dem Laub erscheinen. Sie sind 5zählig, weiß, rosa oder rot gefärbt, enthalten zahlreiche Staubblätter und bringen fleischige, meist 1samige Steinfrüchte hervor (Einblattsteinfrüchte). In allen Pflanzenteilen, insbesondere im Samen, können stark giftige cyanogene Glykoside wie das Amygdalin enthalten sein. Die Gattung Prunus läßt sich in mehrere Untergattungen (Prunus, Armeniaca, Amygdalus, Cerasus, Padus und Laurocerasus) aufteilen, die gelegentlich als eigenständige Gattungen angesehen werden. Viele Arten sind beliebte, in unzähligen Sorten gezüchtete Ziergehölze und/oder uralte Nutzpflanzen, die wertvolles Holz und saftig-aromatisches Obst liefern. Einige Obstgehölze sind von überregionaler wirtschaftlicher Bedeutung; ihre Früchte werden roh verzehrt oder zu Konserven, Konfitüren, Säften und Spirituosen (Schnaps, Likör) verarbeitet.
Prunus dulcis, der aus dem östlichen Mittelmeerraum stammende und zu den ältesten Kulturgehölzen der Mediterranregion zählende Mandelbaum, wird heute in allen wintermilden, gemäßigten Gebieten angebaut. Er hat linealische Blätter, hellrosa Blüten und grüne, außen samtige Früchte mit festem, ungenießbarem Mesokarp. Bei reifen Früchten platzen Exokarp und Mesokarp auf, um den Steinkern freizugeben; sein Inneres, die Mandel, enthält über 50% Fett und 18% Protein. Süße Mandeln von Prunus amygdalus var. dulcis werden zum Backen, zur Herstellung von Marzipan und Mandelöl genutzt. Die Krachmandel von Prunus amygdalus var. fragilis hat eine leicht zu knackende, poröse Steinkernschale und wird als Nußobst auf dem Balkan und in Kleinasien angebaut. Die Bittermandel von Prunus dulcis var. amara enthält, im Gegensatz zur Süßmandel, viel giftiges, bitter schmeckendes Amygdalin (5–8%) und dient zur Gewinnung von Bittermandelöl (Aroma- und Duftstoff).