"Mandeln, bittere, Amygdalae amarae.
Gegen Trunkenheit essen manche Säufer einige bittere Mandeln; auch lobt man sie gegen Säure im Magen und Sodbrennen. Eine Emulsion von ein bis zwei Quäntchen bitterer Mandeln, kurz vor dem Fieberanfall genommen, ist nach K. Mylius in Petersburg ein wirksames Mittel gegen das kalte Fieber. Kindern und zarten Personen kann aber der innerliche Gebrauch derselben, noch mehr des destillierten Bittermandelwassers und Öls (Aqua et Oleum Amygdalarum amararum) leicht schaden, indem der wirksame Stoff darin, das Amygdalin, in Berührung mit Emulsin und Wasser gebracht, sich schnell in Blausäure verwandelt.
Als äußerliches Mittel gegen Sommersprossen und Sonnenbrand ist eine Mandelmilch aus zwei Lot süßen und einem halben Lot bittern Mandeln, zwei Pfund Rosenwasser und einem halben Lot Borax zu empfehlen.
Dass Papageien, Hühnern, Tauben u. s. w. bittere Mandeln schaden, ja den Tod bringen, ist bekannt. Weniger nachteilig sind sie indessen, wenn sie, wie in Mandeltorten gebacken und der Ofenhitze ausgesetzt worden sind."
(Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin von 1843)

"Mandeln, süße (Amygdalae dulces).
Sie sind in Emulsion (zwei Lot auf ein Pfund Wasser) ein angenehmes, einhüllendes, kühlendes Getränk, zu einer Obertasse voll alle halbe bis zwei Stunden, gegen schmerz- und krampfhafte Beschwerden in der Brust, im Leib, in der Blase, gegen Husten, Durchfall, Magenschmerz, Harnbrennen, zu Anfang des Trippers, gegen Vergiftung durch scharfe Gifte aller Art, wo auch das frisch ausgepresste Mandelöl (Oleum Amygdalarum dulcium rec. expressum) (die Vergiftung durch spanische Fliegen ausgenommen) nützlich ist."
(Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin von 1843)