"Gemeine Mandel, Mandelbaum.
Wächst in der Schweiz, in Italien und im nördlichen Africa.
Blühet im April und May.
In den Arzneyvorräthen hat man sowohl süße Mandeln, Amygdalae dulces, als auch bittere, Amygdalae amarae, aufgenommen, von denen wieder mehrere Spielarten vorkommen.
Die süßen Mandeln geben durch Auspressen bey gelinder Erwärmung ungefähr die Hälfte ihres Gewichts eines fetten Öhles, welches unter dem Nahmen des Mandelöhles, Oleum Amygdalarum, bekannt ist. Dieses Öhl macht den vorwaltenden Bestandtheil bey ihnen aus.
Auch die bittern Mandeln geben, der Presse unterworfen, ein fettes Öhl, welches nichts von dem bittern Geschmacke an sich trägt, jedoch erhält man davon nur den vierten oder höchstens den dritten Theil ihres Gewichts.
Von den süßen Mandeln wird die Emulsion, oder noch besser das aus denselben gepreßte Öhl mit arabischem Gummi zur Emulsion gemacht, bey zu großer Empfindlichkeit des Magens empfohlen. - Die bittern Mandeln sollen nach Bergius in Wechselfiebern nützlich seyn."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Vierter Band. 1816.)