"Malvenblüten: Getrocknete Blüten von Malva neglecta und/oder Malva sylvestris. Zur Drogengewinnung wird eine andere Unterart, Malva sylvestris subsp. mauritania, mit dekorativen rosavioletten, dunkler längsgestreiften, z.T. gefüllten Blüten angebaut. Kulturen finden sich insbesondere in Belgien, Nordfrankreich, Thüringen und auf dem Balkan.
Die Droge ist geruchlos mit schleimigem Geschmack. Das Gemisch aus zahlreichen Schleimstoffen ist wahrscheinlich ähnlich aufgebaut wie die Schleimstoffe der Althaea-officinalis-Wurzel. Weitere Inhaltsstoffe sind Anthocyanfarbstoffe, vor allem Malvin, das sich mit Säuren rot, mit Alkali grün färbt, sowie Gerbstoffe und Mineralstoffe.
Anwendung: Schleimdroge zur Linderung bei Schleimhautentzündungen im Bereich des Mund- und Rachenraums (Pharyngitis und Tracheitis), sowie im Bereich des Magen-Darm-Trakts. Malvenblüten sind beliebt als Zusatz zu Brust- und Hustentees.
Hinweis: Im Lebensmittelhandel versteht man unter Malventee die Hibiscus-sabdariffa-Blüten."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)
"Malvenblätter: Haben die gleichen Stammpflanzen wie Malvenblüten, Inhaltsstoffe sind vor allem Schleime.
Anwendung: Ähnlich wie die Malvenblüten als Infusus allein oder mit anderen Drogen, auf Grund des Schleimgehalts bei Katarrhen der oberen Luftwege sowie bei unspezifischen Magen- und Darmstörungen."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)