" Fellrißmalve, Malva alcea, L.
mit aufrechtem Stengel und vieltheiligen, etwas rauhen Blättern, ein etwa drei Schuh hohes, an Ackerrändern befindliches, mehrjähriges Gewächs, welches große weiße oder fleischrothe Blumen trägt.
Die Kräfte der weißen, dicken, in viele Aeste und Zasern zertheilten Wurzel (rad. alceae) und des Krautes sind keine andern, als gelind schleimige. Sie wird selten gebraucht in der Ruhr, Durchfällen u.s.w. Ihre Kraft im anfangenden Staar ist wohl nur eingebildet."
(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1799)

"Wildmalve, Malva sylvestris, L.
mit rauhem, aufrechten, krautartigem, Stengel, fünf- bis siebenlappigen, gezahnten Blättern, und fast nur einblätteriger, äusserer Blumendecke; ein an Wegen, Zäunen und Schutthaufen wohnendes, oft über zwei Schuh hohes Kraut mit mehrjähriger Wurzel, welches bis in den August röthlich, bläulicht oder weiß blüht.
Das schleimige Kraut (Hb. Malvae vulgaris) enthält etwas adstringirendes Wesen, und ist vorzüglich in Frankreich und England als ein erweichendes Mittel statt der Käsemalve (w.s.) und zu gleichen Behufen angewendet worden. Beide Kräuter scheinen in ihrer Natur fast völlig mit einander überein zu kommen.
Auch die schleimigen Blumen hat man als ein äusseres erweichendes Mittel gebraucht."
(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1799)