"[II.144. - Malve] - Malva silvestris (Malvaceae) - Rossmalve, Malva vulgaris (Malvaceae) - Gemeine Malve
Die Gartenmalve [die Römer nennen sie Malva hortensis, Pythagoras Anthema, Zoroaster Diadesma, die Aegypter Chokorte, die Propheten Ziegenmilz, Einige Mauseschwanz] ist besser für den Genuss als die Ackermalve. Sie ist nicht gut für den Magen, aber gut für den Bauch und am besten die Stengel. Heilsam ist sie für die Eingeweide und die Blase. Die rohen Blätter, mit etwas Salz und Honig gekaut, haben als Umschlag die Kraft, die Thränenfistel (Aegilopie) zu heilen, zur Vernarbung dagegen werden sie ohne Salz angewandt. Aufgestrichen wirkt sie auch gegen die Stiche der Bienen und Wespen; wenn aber Jemand sich mit ihr roh und mit Oel fein gerieben bestreicht, bleibt er von den Stichen verschont. Mit altem Oel eingerieben heilt sie Schorf und Kleingrind. Werden die gekochten fein gestossenen Blätter mit Oel aufgelegt, so heilen sie Feuerbrandwunden und roseartige Entzündungen. Ihre Abkochung als Sitzbad erweicht die Gebärmutter, zum Klystier dient sie gegen Beschädigungen der Eingeweide, der Gebärmutter und des Afters. Die Brühe, mit den Wurzeln gekocht, hilft gegen alle tödtlichen Gifte, die, welche sie geniessen, müssen aber anhaltend erbrechen. Sie hilft ferner gegen den Biss der Spinne und befördert die Milchabsonderung. Die Frucht, wenn ihr der Same vom wilden Klee (Kuhhornklee) zugemischt wird, mit Wein getrunken, lindert die Schmerzen der Blase."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)