"[III.41a. - Majoran] - Origanum majorana (Labiatae) - Majoran
Sampsuchon [Einige nennen es Triphyllon, Andere Amarakon, Agathides, Knekon, Pythagoras Thrambes, die Aegypter Sopho, die Armenier Myuron, die Propheten Esel des Priesters, auch süsses Kind der Isis, die Römer Maizurana (Majorana)], das beste ist das von Kyzika und Kypern, danach kommt das ägyptische. Bei den Bewohnern von Kyzika und Sicilien heisst es Amarakon. Es ist eine vielzweigige, über die Erde hinkriechende Pflanze; sie hat rauhe, runde, denen der zartblätterigen Kalamintha ähnliche Blätter, ist sehr wohlriechend und erwärmend und wird auch zu Kränzen geflochten. Ihre Abkochung als Trank ist ein gutes Mittel bei beginnender Wassersucht, bei Harnverhaltung und Krämpfen. Die trockenen Blätter mit Honig als Compresse entfernen Sugillationen unter den Augen, befördern im Zäpfchen auch die Menstruation. Gegen den Skorpionstich werden sie mit Salz und Essig als Compresse gebraucht; bei Verrenkungen werden sie, in Wachssalbe aufgenommen, ausgestrichen, in gleicher Weise bei Oedemen in Wachssalbe aufgenommen. Auch bei Augenentzündungen werden sie mit dem feinen Mehle der Graupen als Umschlag angewandt. Endlich werden sie auch den stärkenden und erwärmenden Salben zugemischt."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[I.58.- Die Bereitung des Majoranöls] - Origanum majorana (Labiatae) - Majoran
Quendel, Zimmt, Beifss, Wasserminzenblüthe, Myrtenblätter, Majoran, nimm von jedem unter Berücksichtigung seiner Kraft dem Zwecke gemäss (das Nöthige), stosse alles zusammen und giesse so viel Oel von unreifen Oliven darauf, dass die Kraft dessen, was in dasselbe zum Ausziehen gelegt ist, nicht überwältigt wird, lass es vier Tage stehen und presse aus. Und wiederum behandle dieselbe Menge derselben frischen Substanz die gleiche Zeit (im selben Oel) und presse aus, denn es ist kräftiger. Wähle aber den dunkelgrünen Majoran, der lange duftet und mässig scharf ist. Es hat erwärmende, verdünnende und scharfe Kraft; es hilft gegen Verstopfung und Verdrehung des Uterus, treibt die Menstruation, die Nachgeburt und den Fötus aus und beseitigt die Mutterkrämpfe; es lindert auch die Schmerzen in den Hüften und geschwollenen Schamdrüsen. Mit Honig lässt es sich besser anwenden, da es durch heftiges Zusammenziehen die Stellen verhärtet; eingerieben hebt es die Erschlaffung auf, auch wird es mit Vortheil den Salben für die an Opisthotonie und sonst an Krämpfen Leidenden zugemischt."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[I.68.- Amarakinon] - Majoransalböl
Das beste Amarakinon wird in Kyzikon gemacht. Dargestellt wird es aus Oel von unreifen Oliven und Behenöl, welche mit Balsamholz, Bartgras, Kalmus verdichtet, mit Majoran, Kostus, Amomum, Narde, Balsamsamen und Myrrhe parfümirt sind. Die, welche es aber kostbarer machen wollen, mischen auch Zimmt zu. Zum Ausstreichen der Gefässe wird Honig und zum Anreiben der zerkleinerten Gewürze wird Wein genommen. Es ist erwärmend, schlafmachend, die Gefässe eröffnend, erweichend, brennend, harntreibend, dann auch heilsam bei fauligen Geschwüren, Fisteln und Wasserhodenbrüchen nach chirurgischen Eingriffen; es zerreisst auch rings herum den Wundschorf und die bösartig gewordenen Geschwüre. Gegen Harnverhaltung hilft es rund um den After eingestrichen und gleichfalls eingesalbt gegen Entzündungen daran und gegen Verstopfung der Hämorrhoiden. In die Gebärmutter als Zäpfchen eingeführt regt es die Menstruation an und zertheilt Verhärtungen und Oedeme in der Gebärmutter, hilft auch bei Scham- und Muskelverwundungen, wenn es in weichen damit benetzten Bäuschchen aufgelegt wird. [Es gibt auch ein gewisses Oel, welches in Arabien und Italien natürlich und freiwillig aus Felsen fliesst mit einer gewissen Schärfe wohlriechende, zu Vielem gut verwendbar. Es hat die Kraft, auszutrocknen und wohl zu verstopfen und die Sehen zusammenzufügen. Es hilft gegen Krätze und Geschwürartiges, es lindert und bewältigt die Blähungen.]"
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)