"Die einst dem vielbesungenen Hymenaeus gewidmete
Pflanze dient jetzt zu sehr profanem Gebrauche; sie ist
in die Küchen gewandert, wo man sie unter dem Namen
des Sommer-Majorans, Origanum Majorana L., recht gut
kennt. Ehemals scheint man sie nicht als ein Gewürz zu
den Speisen verwendet zu haben, indem eine andere aromatische
Pflanze, Origanum Onites L. ihre Stelle vertrat.
Die Römer und Griechen nannten den Majoran Amaracus oder Sampsuchon, und hatten eine Fabel von der
Entstehung der Pflanze, nach welcher Amaracus, ein
Knabe des Königs Cynara in Cypern, ein Gefäss mit
wohlriechender Salbe getragen, dasselbe zerbrochen und
darüber so erschrocken sey, dass er erstarrte, und sich
so in die Pflanze Amaracus verwandelt habe, die vorher
den Namen Sampsuchon trug.
Sehr gebräuchlich war der Majoran in Kränzen bei
Hochzeiten.
Im Schatten des Majorans, glaubte das Alterthum,
schlafe es sich besonders siiss und angenehm."
(J.H.Dierbach: Flora Mythologica, 1833)