"[IV.144. - Stechmyrte] - Ruscus aculeatus (Smilaceae) - Stechender Mäusedorn, Stechmyrte
Die wilde Myrsine - Einige niennen sie Myrtakantha, Andere Hiero-
myrton, Oxymyrsine [Myakantha, Agonon, Skinkos, Minthe, Katangelos, Anangelos, Akairon, Okneron, Kinen, Leichene, Chamaipitys, Chamaimyrte, die Böotier Gyrenias, die Propheten Same des
Herakles, die Römer Ruscus] - hat ein der Myrte ähnliches Blatt, aber
breiter, lancettllich und an der Spitze scharf, eine runde Frucht, der Mitte
des Blattes angewachsen, welche bei der Reife roth ist und einen knochenartigen Kern hat. Die biegsamen Zweige, zahlreich aus derselben Wurzel
kommend, sind schwer zu brechen, eine Elle lang und voll Blätter. Die
Wurzel ist der der Agrostis ähnlich, sie hat herben, bitterlichen Geschmack. Sie wächst an rauhen und steilen Plätzen. Die Blätter und
die Frucht, in Wein getrunken, haben die Kraft, den Harn zu treiben,
die Katamenien zu befördern und den Blasenstein zu zertrümmern; sie
heilen auch Gelbsucht, Harnzwang und Kopfschmerzen. Die Abkochung
der Wurzel, mit Wein getrunken, leistet dasselbe. Die jungen Stengel
werden wie Gemüse statt Spargel gegessen; sie sind etwas bitter und
harntreibend."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)