Verwendet wird die ganze Pflanze bestehend aus dem Kraut und den Wurzeln, geerntet vor dem Aufblühen (Löwenzahnkraut mit Wurzeln - Taraxaci herba cum radice); außerdem werden die Wurzel alleine (Löwenzahnwurzel - Taraxaci radix) und auch das Kraut (Löwenzahnkraut - Taraxaci herba) bzw. die Blätter (Löwenzahnblätter - Taraxaci folium) verwendet.
Traditionelle Anwendung:
Löwenzahnblätter helfen bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden, wie Völlegefühl und Blähungen. In der Volksheilkunde werden sie bei Leber- und Galleleiden, chronischen rheumatischen Beschwerden sowie zur Anregung der Diurese bei Blutreinigungs- und Frühjahrskuren verwendet. Die frischen Blätter werden auch als Salat zubereitet.
Infolge harntreibender, saluretischer sowie den Gallefluß anregender Wirksamkeit wird die Droge aus dem Kraut mit Wurzel bei Störungen des Galleflusses, Völlegefühl, Blähungen und Verdauungsbeschwerden als Tee angewendet. In der Volksheilkunde wird Löwenzahn ebenfalls bei Hämorrhoiden, Gicht, rheumatischen Beschwerden sowie bei Steinleiden genutzt. Außerdem ist auch die Verwendung eines Pflanzenpreßsaftes aus der frischen Pflanze möglich.
Homöopathie:
1. Taraxacum officinale HAB 1; Löwenzahn, die ganze, frische, blühende Pflanze.
Anwendungsgebiet: Lebererkrankungen und Verdauungsbeschwerden.
2. Taraxacum officinale Rh HAB 1; die ganze, frische, blühende Pflanze.
Anwendungsgebiet: Anthroposophischen Therapierichtung.
Anerkannte Medizinische Anwendung:
ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy): Löwenzahnkraut mit Wurzeln - Unterstützend bei Behandlungen, bei denen ein verbesserter Harnfluss wünschenswert ist, z.B. bei Rheumatismus und zur Verhütung von Nierensteinen.
Löwenzahnwurzel - zur Wiederherstellung der Leber- und Gallefunktion; bei dyspeptischen Beschwerden und Appetitlosigkeit
Unerwünschte Wirkungen: Wie bei allen bitterstoffhaltigen Drogen können superazide Magenbeschwerden auftreten.
Bereitung eines Teeaufgusses:
3 bis 5 g fein geschnittenes Löwenzahnkraut mit Wurzel bzw. Löwenzahnkraut oder fein geschnittene Löwenzahnblätter werden mit 150 mL kaltem Wasser angesetzt, kurz aufgekocht und nach ca. 10 Min. abgeseiht.
3 mal täglich eine Tasse warmen Löwenzahntee trinken (Löwenzahnkraut, Löwenzahnkraut mit Wurzeln oder Löwenzahnblätter); zur Appetitanregung soll der Tee jeweils eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten, bei Verdauungsbeschwerden nach den Mahlzeiten getrunken werden. Mittlere Tagesdosis: 10 bis 30 g Droge.