"Gemeiner Löwenzahn, Pfaffenröhrchen, Pfaffenblatt, Pfaffenschnell, gemeiner Pfaffenstiel, Mönchskopf, Apostemröhrlein, Pfaffendistel, wilde Gänsedistel, gelber Sonnenwirbel, Sonnenwurzel, Augenwurz, Röhrleinkraut, Scheerkraut, Kuhblume, Hundsblume, Puppenblume, Kettelblume, Pampelblume, Eyerblume, Dotterblume, Butterblume, Mayblume, Würzblume, Seichblume, Gänseblume, Saublume, Saurüssel, Hundslattich, Wegelattich, Wiesenlattich, Pippau.
Wächst in ganz Deutschland, so wie in ganz Europa und Nordamerica, auf Wiesen und Weiden, in Grasgärten und an mehren andern Orten.
Blühet vom Frühjahr bis in den Herbst.
Die Wurzeln dieses Gewächses, die im Frühjahr, ehe die Blumen hervorkommen, gesammelt werden müssen, werden unter dem Nahmen Radices Taraxaci in den Apotheken aufbewahrt; weniger gebräuchlich sind hingegen die aufgetrockneten Blätter, Folia s. Herba Taraxaci. Im frischen Zustande enthalten alle Theile des Gewächses einen weißen Milchsaft von bitterm Geschmacke; beym Trocknen aber geht auch die Bitterkeit fast gänzlich verloren.
Der vorwaltende Bestandtheil dieses Gewächses ist der bittere, mit salzigen Theilen verbundene Extractivstoff, weßhalb es als ein gelinde reizendes, die Verdauung beförderndes Mittel betrachtet werden muß.
Das Extractum Taraxaci, welches man durchs Auskochen der Wurzeln und Blätter und durch nachheriges Eindicken der Flüßigkeit erhält, ist bitterer als das, welches auf gleiche Art bloß aus den Wurzeln bereitet wird.
In neuern Zeiten gebraucht man statt des Extractes lieber den frisch ausgepreßten und bis zur Honigdicke eingekochten Saft der Wurzel und Blätter, der unter dem Nahmen Mellago Taraxaci bekannt ist."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band. 1809.)