"[III.100. - Leontopetalon]
Das Leontopetalon [Einige nennen es Leontopodion, Andere Leuktothron, Leontion, Doris, auch Dorikteris, wilde Nelke, Pardale, Thorybethron, Rhapeion (Rübe), Hornmohn, Anemone, die Römer Cubilia marina, Löwensamen, kleines Männchen] entwickelt einen spannenlangen oder grösseren Stengel mit vielen Achselzweigen, welche an der Spitze erbsenähnliche Blätter tragen. In diesen befinden sich zwei bis drei kleine Samen. Die Blüthe ist roth, sie gleicht der der Anemone. Es hat kohlähnliche Blätter, eingeschnitten wie die des Mohns. Die Wurzeln sind schwarz, wie Weissrüben, mit Auswüchsen wie Gelenkknöpfen besetzt. Es wächst auf Aeckern und unter dem Getreide. Seine Wurzel, mit Wein getrunken, hilft den von Schlangen Gebissenen, indem sie rasch den Schmerz beseitigt. Sie wird auch den Klystieren für Ischiaskranke zugesetzt."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)