"Echtes Löffelkraut, Löffelkraut, Scharbockskraut, Scharbockheil.
Wächst in einigen Gegenden Deutschlands und der übrigen nördlichen Länder Europens auf feuchtem, salzigem Boden, vorzüglich am Meerstrande. Blühet im May und Junius.
Das frische Kraut, Herba Cochleariae recens, ist als ein wirksames Mittel in den Arzneyschatz aufgenommen worden. Es zeigt sich, wenn man es zerreibt, von einem eignen, scharfen Geruch und etwas salzigen, scharfen Geschmack.
Die Cochlearia officinalis ist im frischen Zustande ein gelind reizendes und harntreibendes Mittel, welches hauptsächlich wider den Scharbock dient, aber auch äußerlich zu Gurgelwassern bey der Bräune, bey scorbutischen Zufällen des Zahnfleisches und bey Geschwüren im Munde gebraucht wird. Man wendet entweder das frische Kraut als Salat oder als Conserve, Conserva Cochleariae, an; oder man bereitet aus demselben einen weinigen Aufguss, eine Tinctur, ein destillirtes Wasser oder einen Spiritus — Infusium vinosum, Tinctura, Aqua vel Spiritus Cochleariae."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Fünfter Band. 1855.)