"Lindenblüten: Lindenblüten sind die getrockneten Blütenstände von Tilia cordata und Tilia platyphyllos. Sie werden zur Zeit ihrer vollen Blüte - die Sommerlinde blüht im Juni, die Winterlinde im Juli - geerntet. Vielfach werden ganze Äste abgeschnitten und die Blüten am Boden abgezupft. Das Erntegut wird vorsichtig im Schatten getrocknet, um das Blütenaroma möglichst voll zu erhalten.
Die Droge riecht schwach aromatisch und hat einen angenehmen süßlich-schleimigen Geschmack. Die Haupterzeugerländer für Lindenblütentee sind Polen, die ehemalige UdSSR und das ehemalige Jugoslawien.
Anwendung: Lindenblütentee ist ein viel gebrauchtes Mittel "zum Schwitzen" bei Erkältungskrankheiten. Dabei ist offenbar die Wärmezufuhr durch das heiße Wasser das eigentlich Wirksame. Die in den Lindenblüten enthaltene Stoffkombination, bestehend aus Aromastoffen, Schleimstoffen, Gerbstoffen und gelb-rötlichen Farbstoffen macht das Infusus zu einem wohlschmeckenden Getränk, das auch bei Magenverstimmung, zum besseren Einschlafen, oder bei Nervosität gern getrunken wird."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)