"Kleinblättrige Linde, Spätlinde, Winterlinde, Steinlinde, Waldlinde, Berglinde.
Wächst in ganz Deutschland, so wie in den übrigen nördlichen Ländern Europens in Wäldern, und findet sich auch bey und in den Städten und Dörfern angepflanzt.
Blühet im Julius.
Die Flores Tiliae, welche man in den Apotheken aufbewahrt, können nicht von dieser Linde gesammelt werden, weil die Blumen derselben geruchlos sind."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)
"Gemeine Linde.
Wächst in ganz Deutschland, so wie in den übrigen, vorzüglich nördlichen, Ländern Europens
in Wäldern, und findet sich auch bey und in den Städten und Dörfern angepflanzt.
Blühet im Junius und Julius.
In den Apoteken sammelt man die Blumen, Flores Tiliae, die beym Trocknen nach
Remler’s Erfahrung ihres Gewichts an Feuchtigkeit verlieren. Nur im frischen Zustande besitzen
sie einen angenehmen Geruch, der sich auch dem über sie abgezognen Wasser mittheilt,
welches unter dem Nahmen Aqua Florum Tiliae bekannt ist. Dieses Wasser sollte daher stets
von frischen Blumen bereitet und in gläsernen, wohl verschlossenen Gefäßen aufbewahrt werden.
Man hielt in ältern Zeiten die Blumen und das über sie abgezogene Wasser schmerz- und
krampfstillend und empfahl beyde wider die Fallsucht, so wie man auch der Meynung war, dass
sogar der Schatten der Linde diese Krankheit heilen könne. Jetzt, wo man bessere krampfstillende
Mittel kennt, glaubt man an die so hoch gepriesenen Wirkungen dieser Blumen nicht
mehr, und sie sind daher auch nur wenig noch im Gebrauch."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)
"Wenigblumige Linde, Frühlinde, Sommerlinde, weiche Linde, Graslinde, Wasserlinde, großblättrige Linde, holländische Linde, Hamburger Frühlinde.
Wächst in Böhmen und Krain, und bey uns findet man sie bey und in den Städten und Dörfern angepflanzt.
Blühet im Junius.
Die Blumen der Tilia pauciflora werden ebenfalls, so wie die der Tilia vulgaris, in den Apotheken gesammelt und auch eben so benutzt."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)