Verwendet werden neben dem Kraut und den Früchten auch die getrockneten unterirdischen Teile, bestehend aus dem Wurzelstock und den Wurzeln (Levistici radix - Liebstöckelwurzel).

Traditionelle Anwendung:
Die Früchte des Liebstöckels werden volkstümlich bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen und mit den Blättern im Haushalt als Gewürz verwendet.
Die Wurzel findet Anwendung zur Durchspülungstherapie bei unspezifischen entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnorgane und zur Vorbeugung von Nierengrieß. In der Volksheilkunde auch bei Verdauungs- und Menstruationsbeschwerden sowie als schleimlösendes Mittel bei Katarrhen der Atemwege, ferner in der Likörindustrie sowie im Haushalt als Küchengewürz.

Homöopathie:
1. Levisticum officinale, äthanol. Decoctum HAB 1; Liebstöckel, die getrockneten, unterirdischen Teile.
Anwendungsgebiet: anthroposophische Therapierichtung.
2. Levisticum officinale HAB 34, der frische, im Herbst gesammelte Wurzelstock mit daranhängenden Wurzeln.

Anerkannte Medizinische Anwendung:
Das HMPC (Herbal Medicinal Product Committee) hat Liebstöckelwurzel als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft: Zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und zur Vorbeugung und Behandlung von Nierengrieß.
Wissenschaftlich belegte Indikationen: Verdauungsbeschwerden wie Aufstoßen, Sodbrennen, Völlegefühl.
Unerwünschte Wirkungen: Liebstöckel besitzt ein geringes Sensibilisierungspotential; die Furanocumarine können Photodermatosen hervorrufen.

Bereitung eines Teeaufgusses:
1,5 bis 3 g fein geschnittene oder grob pulverisierte Liebstöckelwurzel mit ca. 150 mL kochendem Wasser übergießen und nach 10 bis 15 Min. abseihen.
2- bis 3-mal täglich eine Tasse Liebstöckeltee trinken; Tagesdosis 4 bis 6 g Droge.