Synonyme: Angelica levisticum, A. paludapifolia, Hipposelinum levisticum, Levisticum levisticum, L. paludapifolium, L. vulgare, Ligusticum levisticum, L. officinale
Badekraut, Bärmutter, Bergliebstöckel, Gebärmutterkraut, Gichtwurz, Labstockwurzel, Leberstockwurzel, Lieberöhre, Liebstengel, Maggikraut, Nervenkraut, Sauerkrautwurz, Suppenlob, Wasserkräutel
Historisches: Der Gattungsname Levisticum ist die lateinische Übertragung des griechischen ligystigikón. Der Name Liebstöckel gilt als Muster einer "Volksetymologie" und ist nach dem mittellateinischen levisticum gebildet worden. Die Pflanze galt bereits im Mittelalter als geschätzte Arzneipflanze, bes. als Diuretikum, und wird diesbezüglich sowohl im Capitulare de villis Karls des Großen als auch bei Hildegard von Bingen erwähnt.
Drogen: 1. Levistici fructus (syn. Fructus Levistici, Semen Levistici); Liebstöckelfrüchte, die getrockneten Früchte.
Inhaltstoffe: äther. Öl (0,9 %, bezogen auf Frischdroge) mit β-Phellandren als Hauptkomponente und Alkylphthaliden sowie Furanocumarine, u.a. Imperatorin, Bergapten und Psoralen.
2. Levistici herba (syn. Herba Levistici, Herba Ligustici); Liebstöckelkraut (syn. Liebstockkraut), das Ende Mai, Anfang Juli oder Ende August bis Anfang September etwa handhoch abgesichelte, getrocknete Kraut.
Inhaltstoffe: äther. Öl (0,25-0,4 %, bezogen auf Frischdroge) mit β-Phellandren und α-Terpenylacetat als Hauptkomponenten sowie Alkylphthaliden, ferner Cumarine, u.a. Umbelliferon.
3. Levistici radix (syn. Radix Laserpitii germanici, Radix Levistici, Radix Ligustici); Liebstöckelwurzel (syn. Gebärmutterwurzel, Gichtstockwurzel, Labstockwurzel, Liebstengelwurzel, Lippstockwurzel, Maggiwurzel, Sauerkrautwurzel), der ganze oder geschnittene, getrocknete Wurzelstock und die Wurzeln.
Inhaltstoffe: äther. Öl (0,4-1,7 %) mit bis zu 70 % Alkylphthaliden, besonders Z-Ligustilid als Hauptkomponente, ferner u.a. 3-Butylphthalid vgl. Formel sowie E- und Z-Butylidenphthalid vgl. Formel. Weitere Bestandteile sind Cumarine (ca. 0,1 %), u.a. Umbelliferon, Furanocumarine, u.a. Bergapten und Psoralen, Polyine, u.a. (+)-Falcarindiol vgl. Formel, Zucker, u.a. Invertzucker und Saccharose (bis 22 %), sowie Äpfel- und Angelicasäure.