"Gewöhnlicher Liebstöckel, Labestöckel , Badokraut, Sauerkraut.
Wächst in Italien auf den Apeninischen und Räthischen Gebirgen, so wie auch in Frankreich in gebirgigen Gegenden.
Blühet im Julius und August.
Von dem Ligusticum Levisticum sind in den Arzneyvorrath Wurzeln, Kraut und Samen (nämlich Früchte), Radices, Herba et Semen Levistici , aufgenommen worden. Die Wurzel muss im Ausgange des Winters oder im Frühjahre, wenn sie zu treiben anfängt, gesammelt werden.
Das ganze Gewächs ist von widerlichem Geruch und etwas erhitzendem , fast gewürzhaftem Geschmack. Es enthält einen gelben, gummiharzigen Saft, der mit dem Opopanax Ähnlichkeit hat. Der vorwaltende Grundtheil ist in dem ätherischen Ohle zu suchen, vermöge desselben die Wurzel, welche jetzt wohl nur noch angewendet wird, als ein excitirendes Mittel betrachtet werden muss. Sie ist schweiß- und harntreibend, magenstärkend und blähungtreibend, und kommt überhaupt mit der Angelikwurzel sehr überein. Vorzüglich hat man sie als Emmenagogum gelobt, so wie ihre Anwendung bey der Wassersucht auch von gutem Erfolg gewesen seyn soll.
Als Zubereitungen sind bekannt geworden: ein Extract, Extractum Levistici, von welchem Cartheuser 13 Unzen aus 3 Pfund Wurzeln erhielt, feiner eine Tinctur, Tinctura Levistici und ein destillirtes Wasser, Aqua Levistici, die freylich beyde nur in frühem Zeiten gebräuchlich waren."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855.)