"Der Lein oder Flachs, Linum usitatissimum L. scheint ehedem ebenfalls zur Speise gebraucht worden zu seyn, denn ein Hippokratiker bemerkt der Leinsaamen stopfe als Speise genommen, erkälte aber auch einigermaßen. Sonst wurde der Lein noch vielfältig als Arznei verwendet; so wird er gegen Catarrhe der Kinder mit Eygelb und geröstetem Sesam empfohlen, ferner bei Schmerzen im Unterleibe und Durchfall, bei Dismenorrhoe , weißem Fluss . In hitzigen Krankheiten legte man ein Cataplas aus Leinsaamen mit Wasser und Oehl bereitet auf die Präkordien , wobei Hippokrates ausdrücklich einschärft, man müsse sorgen, dass das Mittel warm aufgelegt werde, damit der Kranke nicht schaudere . Sonst wurde überhaupt der Leinsaamen als erweichendes Mittel bei Verhärtungen und entzündeten Geschwülsten gebraucht . Endlich wurden auch die grünen Blätter des Leins äußerlich bei Krankheiten des Uterus, namentlich bei Physometra verwendet."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)