"Lactuca serriola: Der zam Lattich bekompt wol dem hitzigen magen / kület / bringt den schlaff / erweycht den bauch / mehret die versigen milch. So er aber gekocht würt / neeret er vil mehr dann row. Sein samen getruncken leschet auß die begird zur unkeüscheyt. Lattich stäts inn der speiß gebraucht / macht dunckel augen. Ist aber gantz dienstlich zu allen hitzigen bresten / und dem rotlauffen so es nit hefftig ist. Lattich leschet auch den durst. Ist zu summers zeit ein angenem essen / vertreibt unlust / und macht begird zu essen. Lattich seind gut zu dem frischen brandt / ehe und die blatern auff faren. Der wild Lattich hat gleiche würckung wie der Magsomen. Demnach bringt er den schlaff / unn legt den schmertzen / in der speiß genossen / oder eüsserlich auffgelegt. Sein safft auff ein quintlin schwär getruncken treibt die wässerige feüchtigkeyt durch den stul auß. Mit frawen milch angestrichen heylet er den brandt. Bringt den frawen jre zeit. Ist nützlich und gut wider die stich der Scorpion / und anderer gifftigen thiern."
(Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543)