Küchenschelle, Kuhschelle, Pulsatilla, Gattung der Hahnenfußgewächse mit ca. 30 Arten auf der nördlichen Hemisphäre. Stauden mit Rosetten meist fein zerteilter, silbrig behaarter Blätter und einzeln stehenden, anemonenähnlichen Blüten mit meist 6zähliger Blütenhülle und zahlreichen gelben Staubblättern. Der Name leitet sich von den oft glockenförmigen, nickenden, bis 6 cm breiten Blüten ab. Bei der Reife der Einblattnüsse wachsen die Griffel zu langen, federartig behaarten Flugorganen aus.
In der kollinen bis montanen Stufe findet man die im Bestand gefährdete, violett blühende Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris); sie bevorzugt kalkhaltige, extrem trockene Standorte (Charakterart der Ordnung Brometalia; Festuco-Brometea). Die Pflanze enthält das giftige Protoanemonin (Alkaloid) sowie Saponine und Glykoside, die bei Berührung starke Reizungen von Haut und Schleimhäuten verursachen können; ihre Aufnahme bewirkt Nierenschäden sowie Lähmung des zentralen Nervensystems und der Atmung.
In der subalpinen Stufe wächst auf kalkhaltigen Weiden die Weiße Kuhschelle oder Alpen-Küchenschelle (Pulsatilla alpina; die bis 50 cm hohe, weißblühende Pflanze ist eine Charakterart der Ordnung Seslerietalia (Seslerietea variae).
Auf Silicatmagerrasen derselben Stufe gedeiht die in Deutschland vom Aussterben bedrohte bronzefarben behaarte Frühlings-Küchenschelle oder Frühlingsanemone (Pulsatilla vernalis).