"Larrea-tridentata-Kraut: Die mit den Guajacum-Arten verwandte Pflanzenspezies, Larrea tridentata, erhielt nach dem Vorkommen kreosotartiger Inhaltsstoffe den Namen Kreosotstrauch. Der immergrüne Busch ist in den trockenen Gebieten der USA und Mexikos beheimatet. Die zahlreichen Blätter und Nebenblätter sind mit reichlisch Harzausscheidungen überzogen, deren Geruch an Kreosot erinnert. Das Harz enthält ähnliche Inhaltsstoffe wie Guajakharz, zeigt aber mit Oxidanzien keine Blaufärbung.
Aus dem Larreaharz lässt sich die Nordihydroguaiaretsäure (NDGA) abtrennen, die gute Antioxidanseigenschaften aufweist. In der Pharmazie verwendet man NDGA zur Haltbarmachung von oxidationsempfindlichen Arzneimitteln, wie Vitamin A- und E-Präparaten, insbesondere aber zur Verhütung der Ranzidität von fetthaltigen Emulsionen und Salbengrundlagen.
Als Chaparral-Tee verwendet man Blätter und Zweigspitzen des Kreosotstrauchs in der Volksmedizin Neu-Mexikos gegen eine Vielzahl von Leiden, wie Arthritis, Erkältung, Diarrhö, Dysmanorrhö, Ekzeme, sowie zur Wundbehandlung. Die Droge kommt als Herba Palo ondo auch nach Europa, sie gilt als Adjuvans bei chronischem Rheumaleiden."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)