"Gemeiner Coriander, Schwindelkörner, Wanzendill.
Wächst in Italien auf Äckern.
Blühet im Junius.
Coriandrnm sativum ist das des Theophrast und das des Dioscorides. Es sind von ihm die Früchte unter dem Nahmen Semen Coriandri in den Arzneyvorrath aufgenommen, aber wenig als Arzneymiltel in Anwendung gekommen. Im frischen Zustande haben die Früchte, die man, wie bey allen Doldengewächsen, gewöhnlich Samen nennet — so wie das ganze Gewächs einen unangenehmen, wanzenartigen Geruch, wovon auch der aus dem Griechischen entlehnte Nahme hergenommen ist. Getrocknet sind sie gewürzhaft. Sie öffnen sich nicht so leicht, wie die Früchte andrer Doldengewächse, und enthalten nur in einem feinen Häutchen der Fuge jedes Gehäuses zwey öhlführende Striemen. Nimmt man im frischen Zustande dieses gestriemte Häutchen hinweg, so sind sie geschmacklos. Durch die Destillation mit Wasser, geben die Früchte nur eine sehr geringe Menge eines gelben ätherischen Ohls. — Der überzuckerte Koriander, Confectio Coriandri ist nicht mehr Gegenstand des Pharmacologen, sondern des Cunditors."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855.)