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"[IV.175. - Koloquinthe] - Cucumis colocynthis (Cucurbitaceae) - Koloquinthe
Die Kolokynthis - Einige nennen sie Ziegenkürbis, Andere bittere Gurke, alexandrinischen Kürbis [Zoroaster Thymbre, Osthanes Autogenes, die Römer Cucurbita silvatica, die Dakier Tutastra] - hat Stengel und Blätter, welche über die Erde hinkriechen und ähnlich denen der gebauten Gurke eingeschnitten sind, eine runde, einem mittelgrossen Ball ähnliche, sehr bittere Frucht. Man muss sie sammeln, wenn sie beginnt, mehr als blassgelb zu werden. Das Mark der Frucht hat purgirende Kraft, wenn es mit Honigwasser in der Menge von 4 Obolen genommen wird, auch mit Natron, Myrrhe und gekochtem Honig im Bissen. Diese Bälle werden, trocken fein gestossen, vortheilhaft Klystieren zugesetzt bei Ischias, Paralyse und Kolik, da sie Schleim, Galle und Gerinnsel, oft auch Blutiges abfahren. Im Zäpfchen eingelegt tödten sie den Embryo. Sie geben ein Mundspülwasser gegen Zahnschmerzen, wenn man sie, ganz ausgeräumt, mit Lehm beschmiert, dann Essig und Natron darin kocht und dieses zum Mundspülwasser gibt. Wenn man Honigmeth oder auch süssen Wein darin kocht, an die Luft setzt und dann zu trinken gibt, so führt er dicken Schleim und Gerinnsel ab, ist dem Magen aber sehr schädlich. Es wird auch ein Stuhlzäpfchen daraus angewandt, um den Koth fortzuschaffen. Auch der Saft der frischen Frucht ist eingerieben ein gutes Mittel bei Ischias."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)