"Kolanusspräparate: Stammpflanzen der Kolanuss sind: Cola nitida, C. acuminata, und C. verticillata. Es handelt sich um 8 bis 15 Meter hohe Bäume, vom Habitus einer Rosskastanie, die - wie der Kakaobaum - Kauliflorie aufweisen. Ursprünglich im westlichen Afrika beheimatet, werden sie heute in vielen weiteren Tropengebieten - auf den Westindischen Inseln, auf Madagaskar, in Südamerika, Indien und Ostasien angebaut. Die Frucht besteht aus 4 bis 6 sternförmig angeordneten Balgkapseln, die bis 16 cm lang und 7 cm breit werden und drei bis 6 eng aneinander liegende Samen enthalten. Die als Kolanuss bezeichnete Droge ist somit der Samenkern. Sie ist in frischem Zustand gelblich weiß oder leuchtend rot , verfärbt sich aber beim Trocknen braunrot. Der Samen ist nahezu geruchlos, schmeckt zusammenziehend und schwach bitter.
Inhaltsstoffe sind 1,5-2,5 % Koffein, neben 0,05 % Theobromin, Catechin und Epicatechin, Proanthocyanidine, Gerbstoffe, Reservestoffe (Stärke und Zucker), Eiweiß, Fett und Mineralstoffe.
Industriell hergestellte Kolaextrakte werden in Form von Tabletten und Dragees, sowie zusammen mit anderen Extrakten als flüssige Tonika angeboten. Die Präparate zeigen die zentral anregende Wirkung des Koffeins; insofern besteht kein Unterschied gegenüber Tee oder Kaffee.
Kolagetränke zählen lebensmittelrechtlich zu den Limonaden. Sie enthalten neben Kolaextrakt Extrakte aus aromatischen Drogen, wie Ingwer. Tonkabohnen, Limettenschalen und Orangenblüten. Weiters werden Johannisbrotextrakt und Zucker, sowie häufig Phosphorsäure zugesetzt."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)