"Starkrichendes Lauch, Knoblauch, gemeiner Knoblauch, grasblättriger Knoblauch.
Wächst in Sicilien.
Blühet bey uns in den Gärten vom Junius bis in den August.
Nur die frischen Wurzeln, Radices Allii recentes,
sind als Arzneymittel gebräuchlich;
denn durch das Trocknen geht auch zugleich ihre Wirkung verloren, welches von dem in ihr enthaltenen ätherischen Ohle abhängt.
Die frischen Wurzeln sind stark reizend, harn- und wurmtreibeud, ermunternd und Krampfstillend.
Als reizendes Mittel befördern sie die Verdauung und bringen bey der Wassersucht
heilsame Ausleerungen durch die Harnwege und durch die Ausdünstung hervor. Als krampflinderndes
Mittel dienen sie in der Hysterie. Bey Steinschmerzen wirken sie nur wie andre harntreibende
Mittel, ohne den Stein auflösen zu können. Äußerlich bedient man sich ihrer, zerquetscht
oder in Asche gebraten, als eines die Haut röthenden oder blasenziehenden Mittels.
Den aus ihnen geprefsten Saft gebraucht man bey den Flechten, indem man ihn einreiben lässt,
so wie er auch bey rheumatischer Taubheit, auf Baumwolle gegossen und in die Gehörgänge gebracht,
angewendet wird. Auch lässt man gegen Ascariden die Dämpfe des Aufgusses an den
Mastdarm treten."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Sechster Band. 1855.)