"Gifte der Knollenblätterpilze: Ständerpilze (Basidiomycetes) enthalten toxische Peptide, welche zu tödlich verlaufenden Pilzvergiftungen führen können. In Mitteleuropa kommen in Frage: Amanita phalloides (Grüner Knollenblätterpilz), A. verna (Frühlingsknollenblätterpilz) und A. virosa (Weißer Knollenblätterpilz). Zu Vergiftungen kommt es vor allem dadurch, dass beim Pilzsammeln der Wiesenchampignon, Psalliota (syn. Agaricus) campestris, mit dem Grünen Knollenblätterpilz verwechselt wird.
Es kommen zwei Gruppen toxischer Verbindungen vor: die Phallotoxine und die Amatoxine. Für die Pathogenese der menschlichen Vergiftungen sind die Amatoxine entscheidend. Die Phallotoxine werden so gut wie nicht resorbiert, sind allerdings höchst giftig, sobald sie direkt in die Blutbahn gebracht werden. Bereits 50 g frische Knollenblätterpilze können die für den Menschen tödliche Dosis an Gift enthalten."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)