"Hydrastin: Das Alkaloid kommt, wie der Name anzeigt, im Hydrastisrhizom vor. Die Stammpflanze der Droge ist Hydrastis canadensis, eine mehrjährige Pflanze, die in den Waldgebieten des östlichen Kanadas und der Oststaaten der USA beheimatet ist.
Das Rhizom wird im Herbst gegraben und sorgfältig getrocknet. Die Droge hat einen schwachen, charakteristischen Geruch; sie schmeckt bitter und färbt beim Kauen den Speichel gelb. Ursache des bitteren Geschmacks und der Gelbfärbung ist der relativ hohe Berberingehalt. Hauptalkaloid ist jedoch das farblose Hydrastin.
Hydrastin wirkt in geringen Dosen (0,02-0,03 g) auf zentralem Weg gefäßkonstriktorisch und blutdrucksteigernd. Es zeigt ozytozische Eigenschaften, indem es Tonus und KOntraktion des Uterus steigert; auf das isolierte Organ zeigt es hingegen keine Wirkung. In höheren Dosen wirkt es toxisch, und zwar zunächst krampferregend, später lähmend."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)