"Teucrium scordium
Man sammelt von ihm das Kraut, Herba Scordii , welches im frischen Zustande einen knoblauchartigen Geruch besitzt, den es aber beym Trocknen fast ganz verliert. Sein Geschmack ist bitter und etwas unangenehm. Im trocknen Zustande hat es nicht mehr Kräfte, als bittere Mittel. Das Vorurtheil, dass schweißtreibende Mittel, zu denen es gerechnet wurde, vermeinte faulige Contagien aus dem Blute treiben, und so auch die vermeinte faulige Auflösung desselben hindern könnten, erzeugte die Meinung dass es balsamisch sey, und fäulniswidrige Kräfte besäße, was noch überdieß eins alte Sage bestätigen sollte, nach welcher bey einer Schlacht die Leichen der Gebliebenen, die auf Teucrium Scordium gefallen waren, nicht in Fäulnis übergegangen seyn sollten. Die ältern Schriftsteller erklären es auch fast einstimmig für ein Mittel wider bösartige Krankheiten, daher es denn auch mit zur Bereitung ihrer Essentia alexipharmaca genommen wurde. Man hatte auch ehedem mehrere Zubereitungen von diesem Kraute, so wie es auch zu einigen zusammengesetzten Mitteln angewendet wurde ; aber alle diese Mittel sind jetzt mehr oder weniger in Vergessenheit gekommen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Achter Band. 1822)