"[III.115. - Knoblauch-Gamander] - Teuricum scordium (Labiatae) - Knoblauch-Gamander
Das Skordion [Einige nennen es Skorbion, Andere Pleuritis, Dysosmon, wilde Kalaminthe (Minze), Chamaidrys, Mithridanios, die Propheten Podosblut die Ägypter Apho, die Römer Phrixago palustris] wächst an bergigen und sumpfigen Stellen, hat Blätter wie Chamaidrys (Gamanderstrauch), aber größer und am Rande nicht so eingeschnitten, mit schwachem Zwiebelgeruch und zusammenziehenden bitterem Geschmack. Die Stengel sind vierkantig und tragen rötliche Blüten. Das Kraut hat erwärmende, harntreibende Kraft, wenn es frisch fein gestoßen getrunken wird, trocken mit Wein wirkt es gegen den Biß der Schlangen und gegen tödliche Mittel, gegen Magenstechen, Dysenterie und Harnverhaltung zu 2 Drachmen mit Honigwasser. Auch reinigt es die Brust von eiterigem dickem Schleim. Ferner hat es gute Wirkung bei altem Husten, bei inneren Rupturen und Krämpfen, wenn es trocken mit Kresse, Honig und Harz zum Leckmittel gemischt wird. In Wachssalbe aufgenommen lindert es anhaltende Unterleibsentzündung; bei Podagra leistet es gute Dienste, wenn es mit scharfem Essig eingerieben oder mit Wasser umgeschlagen wird. Im Zäpfchen eingelegt befördert es die Menstruation. Weiter verklebt es Wunden, reinigt alte Geschwüre und bringt sie mit Honig zur Vernarbung. Trocken hält es Fleischwucherungen ein. Auch der aus ihm gepreßte Saft wird gegen die genannten Leiden getrunken, der wirksamste ist der pontische und kretische."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)