"Phytolacca: Die Droge besteht aus dem frischen oder getrockneten Rhizom von Phytolacca americana. Die Blätter der Pflanze gelten in der amerikanischen Volksmedizin als wirksam gegen Krebs, außerdem wurde der Saft der Beeren gegen Fettsucht angewendet. Phytolacca ist ein wichtiges Arzneimittel in der Homöopathie. In der Immunologie sind bestimmte Phytolaccafraktionen ein unentbehrliches Reagens, seitdem deren mitogene Wirkung entdeckt wurde.
Die Wurzeldroge ist ohne auffallenden Geruch, der Geschmack ist bitter und kratzend. Das trockene Wurzelpulver wirkt stark niesreizend. Die frische Wurzel dient zur Herstellung einer Tinktur und Verreibungen sowie daraus hergestellten Verdünnungen. Phytolacca-Extrakte wirken antiviral und töten Spermien ab; das Wurzelpulver wirkt lokal hautreizend (rötend bis blasenziehend), es hat emetische und purgative Wirkung.
Die Homöopathie benutzt Phytolacca unter anderem bei akuter Erkältung, bei subaktuer und chronische Tonsillitis, bei Pharyngitis folliculosis, bei Muskel- und Gelenksrheumatismus. Die Toxikologie der Droge beruht auf dem Mitogengehalt. Das pathologische Blutbild zeigt Plasmazellvermehrung, absolute Eosinophilie, Immunglobulinerhöhung, Phagozytose der Thrombozyten und Thrombozytopenie."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)