Kerbel m, Anthriscus, Gattung der Doldenblütler mit 12 in Europa, Asien und Nordafrika verbreiteten Arten; einjährige bis ausdauernde Kräuter mit zarten, mehrfach gefiederten Blättern und winzigen weißen Blüten in zusammengesetzten Dolden.
Bekannteste Art ist der Garten-Kerbel (Anthriscus cerefolium), der von Anthriscus cerefolium ssp. trichosperma (Mittelmeergebiet bis Vorderasien) abstammen soll. Er wurde wegen seiner leicht anisartig schmeckenden Blätter bereits im Altertum als Gewürz- und Heilpflanze verwendet und gelangte vermutlich schon durch die Römer nach Nord- und Mitteleuropa, wo er seit dem Mittelalter kultiviert wird. Frische Kerbelblätter finden insbesondere in der französischen Küche vielseitige Verwendung und sind auch Bestandteil der als „fines herbes" bezeichneten Kräutermischung (u.a. in Kräuterfrischkäsen).
Der Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris, Eurasien) ist eine verbreitete, nicht weidefeste, formenreiche Pflanze auf Fettwiesen und in Säumen.