"Gemeiner Kerbel, Gartenkerbel, Kerbel.
Wächst in dem südlichen Deutschland und den noch südlichem Ländern Europens auf Wällen, Äckern und Brachäckern, in England an den Ufern, und in Taurien in Laubwäldern.
Blühet im May und Junius.
Scandix Cerefolium ist übrigens ein bekanntes Küchengewächs; jedoch sind das Kraut und die Samen — oder vielmehr die Früchte, die man bisher, wie bey allen Doldengewächsen, für nackte Samen hielt, — Herba et Semen Cerefolii , Chaerefolii s. Chaerophylli , auch in den Arzneyvorrath aufgenommen worden. Das frische Kraut giebt bey der Destillation mit Wasser seines Gewichts ätherischen Öhls. Nur im frischen Zustande ist das Kraut von Wirksamkeit, und zeigt sich gelind excitirend und harntreibend, so wie es auch wundheilend und milchmehrend unter gewissen Umständen werden kann. Fleischbrühe mit einer Handvoll von diesem frischen, klein gehackten Kraute aufgekocht, und das Flüssige durch Auspressen wieder davon geschieden, wird Personen, bey welchen man Verdacht auf Knoten in den Lungen hat, als Frühstück empfohlen; und ich habe in einem ähnlichen Falle den mit Vorsicht bis zur Syrupdicke verdickteten Saft dieses Krautes — der von starkem Geschmacke und sehr kräftiger Wirkung ist — mit dem besten Erfolg anwenden sehen. — Der Same, oder vielmehr die Früchte, sind ganz kraftlos, denn sie haben keine Striemen, und enthalten daher auch kein ätherisches Öhl."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Erster Band. 1805.)

"Caucalis anthriscus, Wald-Haftdolde, Heckenkerbel, Schafkerbel, Klettenkerbel, Bettlerläuse.
Wächst in ganz Deutschland und in den übrigen Ländern Europens an Wegen, Hecken und Gesträuchen.
Blühet im Julius und August."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Erster Band. 1805.)

"Gemeiner Kälberkropf, wilder Kälberkropf, wilder Kerbelkern, wilder Kerbel, wilder Myrrhenkerbel, Tollkerbel, Buschmöhren, Kuhpetersilie, Scheere.
Wächst in ganz Deutschland und in den übrigen Ländern Europens auf Wiesen, in Gesträuchen und in Obst- und Grasgärten.
Blühet im May und Junius.
In ältern Zeiten wurde das Chaerophyllum sylvestre als Arzneymittel aufbewahrt und man fand es in den Apotheken unter dem Nahmen Herba Cicutariae. Man hält es für giftig: wahrscheinlich aber wohl nur deshalb, weil es Ähnlichkeit mit dem Conium maculatum hat. An zuverlässigen Erfahrungen fehlt es hier wenigstens noch gänzlich."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Erster Band. 1805.)