Quercus coccifera
"Die Quercus coccifera ist deshalb merkwürdig, weil auf derselben die sogenannten Kermesbeeren (Grana Chermes) ihre Entstehung nehmen. Die Benennung „Beeren“ ist noch aus der Zeit übrig geblieben , wo man diese kugelrunden rötlichen Körperchen für vegetabilisch hielt, und entweder glaubte, sie seien die Früchte von irgendeinem Gewächs, oder auch meinte, sie würden durch den Stich eines Insects erzeugt. Dieser Irrthum ist aber eigentlich schon seit dem Jahre 1530 beseitigt, obgleich er später noch öfter wieder sich regte, und man weiß jetzt mit Bestimmtheit dass diese beerenartigen Körperchen Insecten sind, welche von Fabricius Coccus Ilicis, und von Nees v. Esenbeck passender Coccus quercus cocciferae, und deutsch Kermes-Schildläuse genannt werden. ...
Da diese Droge also ganz animalischer Natur ist, so gehört ihre weitere Erörterung nicht hierher. Sie ist auch ganz außer Gebrauch gekommen, obgleich man sie in alten Apotheken noch vorrätig findet. Ehedem bereitete man daraus den Kermesbeerensaft (Succus Chermes). Hier und da wendet man sie noch in der Färberei an, in welcher sie in alten Zeiten einen sehr wichtigen Platz behauptete."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zwölfter Band, 1833)