Chenopodium botrys (Dysphania botrys)
"Das ganze Gewächs besitzt einen eigenthümlichen, ziemlich starken, aromatischen Geruch und einen bitterlichen aromatischen Geschmack, der aber weit schwächer und weniger angenehm ist, als beim mexicanischen Traubenkraut.
Man sammelt für den Arzneigebrauch zur Blüthezeit die Blätter mit dem obern Theile des Stengels als Herba botryos vulgaris und trocknet sie mit Vorsicht. Im trocknen Zustande muss das Kraut graulichgrün aussehen und den erforderlichen aromatischen Geruch und Geschmack besitzen. Der wirksame Bestandteil ist auch bei ihm ein ätherisches Oel und salpetersaure Salze. Die letztern veranlassten das Gewächs zur Bereitung von Salpeter vorzuschlagen. Früher, ehe das kräftigere mexicanische Traubenkraut in Aufnahme kam, gab man es weit häufiger in Theeaufgüssen , Lattwergen und geistigen Tincturen als jetzt. Dessen ungeachtet darf es zu den kräftigen Heilmitteln gerechnet werden, wie dies auch der Erfolg zeigt, den ältere Aerzte, namentlich Forest, von seinem Gebrauche gegen katarrhalische und hysterische Beschwerden sahen; ja manche Italienische Aerzte sind geneigt es dem Mexicanischen Traubenkraut vorzuziehen und rühmen es besonders in der Hemicranie."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dreizehnter Band, 1837)