"Piper-methysticum-Rhizom: Die Droge wird auch als Kawa-Kawa oder Kawarhizom bezeichnet und ist das getrocknete Rhizom des Rauschpfeffers. Die Pflanze ist auf der Inselwelt des Südpazifiks, besonders in Polynesien beheimatet. Sie riecht schwach aromatisch mit erdiger Note, der Geschmack ist erst süßlich, dann brennend und beim Kauen die Zungenspitze anästhesierend.
Die Polynesier zerschneiden die möglichst frische Droge zunächst in kleine Würfel, die weiter zerkleinert werden (ursprünglich durch Zerkauen, jetzt durch Mörsern). Das eigentliche Getränk - eine graue, trübe, seifenartig schmeckende Flüssigkeit - stellt im pharmazeutischen Sinn ein Kaltwassermazerat dar. Die Droge dient zur Herstellung eines Piper-methysticum-Rhizomextrakts, der als Bestandteil pflanzlicher Sedativa verwendet wird. Die Inhaltsstoffe, speziell Kawapyrone, bewirken Entspannung bei Zuständen von Nervosität und Überreizung und wirken schlafinduzierend bei Einschlafstörungen infolge geistiger oder körperlicher Überanstrengung. Daneben findet die Droge Anwendung bei chronischen Entzündungen des Urogenitaltrakts.
Unerwünschte Wirkungen: die Wirkung von Alkohol, Barbituraten und Psychopharmaka kann verstärkt werden. Exzessiver Gebrauch von Kawatee über einen längeren Zeitraum getrunken führte zu Ataxie, Appetitlosigkeit Diarrhö und Hautläsionen, auch war die Haut gelblich verfärbt."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)