"Kat (Kath): Darunter versteht man die zum Genuss bestimmten Zweigspitzen, Blätter und jungen Astausschläge von Catha edulis. Kat sammelt man nicht von Wildpflanzen, vielmehr erfolgt die Produktion durch Anbau in eigens angelegten Kulturen, so im Jemen, in Äthiopien, Somalia, Kenia und auf Madagaskar. Zur Erleichterung der Ernte wachsen die Pflanzen strauchartig und ähneln im Habitus Teesträucher. Kat gelangt nach der Ernte in charakteristischen Katbündeln, die zur Frischhaltung häufig mit Bananenblättern umwickelt sind, auf die Märkte.
Kat wird zu Genusszwecken gekaut, er schmeckt aromatisch, bitter, leicht anästhesierend, etwas adstringierend. Hauptwirkstoff der Droge ist Cathinon, das im Tierexperiment zu gesteigerter Motorik, erhöhter Körpertemperatur, erhöhtem Grundumsatz und verminderter Esslust führt. Beim Menschen werden folgende Folgen des Katkauens beschrieben: Müdigkeit verschwindet, anstrendende Arbeit lässt sich leichter bewältigen, eine leichte Exzitation führt zu vermehrtem Rededrang. Überhöhte Dosen führen zu Intoxikationserscheinungen wie Mydriasis, Herzklopfen, Extrasystolen, Blutdruckanstieg, Blutandrang zum Kopf, Kopfschmerz, Hyperthermie, vertieftes Atmen, erschwertes Harnlassen, leichte Erregbarkeit und Schlaflosigkeit. Chronischer Gebrauch soll sich auf die männliche Potenz vermindernd auswirken."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)