"Kartoffel.
Die so unschätzbaren Knollen des Solanum tuberosum Linn., welche alljährlich Tausende von Menschen vor dem schrecklichen Hungertode schützen (ich erinnere nur an Irland), sind auch als Haus- und Volksmittel sehr nützlich: äußerlich gerieben und roh, kalt aufgelegt gegen Verbrennung; zur Beförderung der Eiterung ist der warme Kartoffelbrei besser, als der von Hafergrütze , und der tägliche Genuss von rohen geschabten Kartoffeln wird als Schutzmittel vor dem Scharbock auf Seereisen gepriesen. Eine einfache Suppe von geriebenen Kartoffeln, Milch und Wasser, mit etwas Petersilie oder Körbel, so wie auch die gestampften Kartoffeln als Brei bekommen bei Durchfällen und Ruhr, auch Personen mit schwachem Magen besser, als viele andere Nahrungsmittel. — Hysterische, hypochondrische, an Flatulenz und habitueller Verstopfung des Leibes leidende Personen können zuweilen nur dann des Nachts gut schlafen, wenn sie den Magen des Abends gehörig mit Pellkartoffeln und gesalzenem Hering, oder mit Kartoffeln, Hering und Zwiebeln, Essig und Öl als Salat angefüllt und kurz vor dem Schlafengehen den sich einstellenden Durst mit einer hinreichenden Menge frischen, weichen und kalten Wassers gestillt haben. Man pflegt im gemeinen Leben zu sagen, dass man fester schläft mit vollem, als mit leerem Magen. Und dies ist auch wirklich der Fall, namentlich bei an Nervenverstimmung oft leidenden Personen, deren Krankheiten: Hypochondrie, Hysterie, wie alle chronischen Neurosen, den Übergang zu den psychischen Krankheiten mit weniger materieller Basis bilden. Wird durch Nahrungsmittel der Nervus vagus beschäftigt, so kann er während der Zeit nicht jene unangenehmen Gefühle in der Brust und in der Magengegend erregen, woran so oft Hysterische, Hypochonder und Melancholiker leiden, welche daher instinktmäßig häufig des Tages essen und einen krankhaft erhöhten Appetit haben. Der tägliche Genuss von einer großen Schüssel voll ganzer, gut gekochter Kartoffeln wird noch als ein neues, wirksames Mittel gegen Bauchwassersucht gelobt. "
(Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin von 1843)

"Kaffeesatz. Derselbe ist in den niederen und mittleren Ständen ein äußerliches Mittel bei entzündeten Augen aus katarrhalischen Ursachen. Man legt ihn warm zwischen Leinwand aufs schmerzhafte Auge."
(Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin von 1843)