"Carnaubawachs: Es findet sich als Überzug auf den bis zu 2 m langen Fächerblättern der in Nordbrasilien wild vorkommenden Carnaubapalme. Die Ernte erfolgt in der Trockenzeit. Die Blätter werden abgeschnitten und auf Matten getrocknet. Sobald die Blätter zu schrumpfen beginnen, werden die feinen Wachsschuppen locker und lassen sich abklopfen; weiteres Wachs wird abgeschabt. Der Wachsstaub wird durch Kochen in Wasser gereinigt, geschmolzen und nach dem Festwerden in Stücke gebrochen. Er wird auch in Pulver- und Flockenform angeboten.
Carnaubawachs ist ein sehr hartes Wachs: Unter allen natürlichen Wachsen besitzt es den höchsten Schmelzpunkt, weshalb man es weichen Wachsen zusetzt, um deren Schmelzpunkt zu erhöhen.
Verwendung: In der pharmazeutischen Technologie als Poliermittel für Dragees, meist zusammen mit Bienenwachs."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)