Kardendistel, Karde, Dipsacus, in Europa, Nordafrika und Vorderasien heimische Gattung der Kardengewächse mit etwa 15 Arten. In Mitteleuropa kommt vor allem die in staudigen Unkrautfluren, an Wegen, Dämmen und Ufern wachsende Wilde Kardendistel (Dipsacus sylvestris syn. Dipsacus fullonum) vor. Die bis 2 m hohe, dichasial verzweigte, stachelige Staude besitzt an der Basis paarweise verwachsene Stengelblätter und 3–8 cm lange eiförmige, von lineallanzettlich-spitzen Hüllblättern umgebene Blütenköpfe, deren violette, röhrige Blüten von biegsamen, spitz zulaufenden Spreublättern überragt werden.
Früher vielerorts angebaut wurde die schon im Altertum als Nutzpflanze bekannte Weber-Kardendistel (Dipsacus sativus). Sie unterscheidet sich von Dipsacus sylvestris vor allem durch ihre starren, mit einer zurückgekrümmten Spitze versehenen Spreublätter. Ihre getrockneten Blütenköpfe dienten zum Aufrauhen von Wollgeweben. Die genannten Kardendisteln findet man oft in Trockensträußen.