"[III.11. - Karde] - Dipsacus silvestris (Compositae)- Wilde Karde
Der Dipsakos [Einige nennen ihn Krokodeilion, Andere Chameileon, Onokardion, Bad der Aphrodite,die Römer Bad der Venus, auch Venusdistel, die Ägypter Seseneor, auch Cheir oder Meleta, die Dakier Skiare], auch dieser gehört zu den stachligen Gewächsen. Er hat einen hohlen, stacheligen Stengel und stengelumfassende, denen des Lattichs ähnliche Blätter, zwei an jedem Knoten, länglich und selbst auch stachelig, die eine Art Buckel mitten auf dem Rücken haben, welche innen und außen mit Stacheln besetzt sind; um die Knoten bilden die Blätter Höhlungen, wie um das Tau- und Regenwasser zu sammeln, woher er auch den Namen hat. An der Spitze des Stengels hat er an einzelnen Aästchen einen igelähnlichen, länglichen, stacheligen Kopf, getrocknet erscheint er weiß. Der gespaltene Kopf hat in der Mitte des Inneren Würmer. Seine Wurzel mit Wein gekocht und gestoßen, so daß sie die Konsistenz von Wachssalbe annimmt, heilt, hineingelegt, Risse am After und Fisteln. Man muß aber das Mittel in einer ehernen Büchse aufbewahren. Dasselbe soll auch ein Heilmittel für gewöhnliche und gestielte Warzen sein. Die Würmer des Kopfes, in ein Säckchen gegeben und um den Hals oder Arm gebunden, sollen das viertägige Fieber heilen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)