Verwendet werden die Blüten (Matricariae flos) mit ihrem typischen Kamillengeruch, der durch das darin enthaltene ätherische Öl verursacht wird.
Traditionelle Anwendung:
Innerliche Anwendung bei entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes mit spastischen Beschwerden, bei Leber-und Galleerkrankungen sowie äußerlich bei Haut- und Schleimhautentzündungen, für Bäder im Anal- und Genitalbereich, für Spülungen sowie Dampfbäder bei Erkältungen. Bestandteil zahlreicher Teekombinationen und Arzneifertigpräparate, bes. auch in der Kinderheilkunde.
Kamillenöl ist ein Zusatz für kosmetische Pflegemittel.
Homöopathie:
Chamomilla recutita HAB1, die frische, ganze, blühende Pflanze.
Anwendungsgebiet: Erkrankungen der Atemwege, Entzündungen und krampfartige Beschwerden der Verdauungsorgane, Dysmenorrhoe sowie reizbare Verstimmungszustände.
Anerkannte Medizinische Anwendung:
ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy)- innerlich:
- Krämpfe im Magen-Darm-Bereich
- entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (z.B. bei Gastritis und Magengeschwüren)
- äußerlich:
- bakterielle Hauterkrankungen einschließlich der Mundhöhle und des Zahnfleischs
- zur Wundbehandlung bei oberflächlichen Hautverletzungen, Ulcus cruris, Dekubitus, Verbrennungen, Operationswunden, Bestrahlungsschäden, Sonnenbrand, Frostbeulen.
- Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich (Bäder, Spülungen)
- Atemwegsinfekte und Reizzustände der Luftwege (Inhalationen)
Keine unerwünschten Wirkungen bekannt.
Bereitung eines Teeaufgusses:
1 Esslöffel Kamillenblüten (ca. 3 g) mit 150 mL heißem Wasser übergießen (nicht kochend!), 5 – 10 Min. ziehen lassen und abseihen.
3 bis 4 mal täglich 1 Tasse frisch bereiteten Kamillentee zwischen den Mahlzeiten warm trinken. Der Tee kann auch zu Mundspülungen oder zum Gurgeln verwendet werden. Als Badezusatz 50 g Kamillenblüten auf 10L Wasser. Zur Inhalation eine Handvoll Kamillenblüten oder einige Tropfen des Kamillenöls auf heißes Wasser geben.