Synonyme: Chamomilla recutita, Chamomilla meridionalis, C. vulgaris, Chrysanthemum suaveolens, Matricaria coronata, M. pusilla, M. recutita, M. suaveolens;
Echte Kamille , Deutsche Kamille, Feldkamille, Hermel, Kleine Kamille, Mägdeblume

Historisches: Für die Pflanze existieren zwei unterschiedliche Gattungsnamen. Chamomilla ist aus dem griechischen chamaimelon, das aus chamai (niedrig) und melon (Apfel) geprägt wurde, auf Grund des apfelartigen Geruchs der runden Blütenköpfchen hervorgegangen. Der Gattungsname Matricaria ist vom latainischen mater (Mutter) abgeleitet und bringt die Anwendung bei Erkrankungen im Wochenbett zum Ausdruck. Als Heilmittel fand die Kamille sowohl bei den Ärzten der Antike als auch im Mittelalter und der Gegenwart hohe Wertschätzung. Die nordischen Völker verglichen die Kamille ihrer gelben Blütenscheibe wegen mit dem Sonnengott Baldur und sahen sie als heilig an.

Drogen: 1. Matricariae flos (syn. Chamomilla, Chamomillae anthodium, Chamomillae flos, Flores Chamomillae, Flores Chamomillae bulgari, Flos Chamomillae, Flos Chamomillae vulgaris, Matricaria); Kamillenblüten, getrocknete, ganze bzw. teilweise oder vollständig zerfallene Blütenkörbchen und Teile der Blütenstiele.
Inhaltstoffe: äther. Öl (0,3-1,5 %), bestehend aus dem Sesquiterpenalkohol (-)-α-Bisabolol (INN: Levomenol) mit den Oxidationsprodukten Bisabololoxid A, B und Bisabolonoxid (ca 33 %), β-Farnesen (bis 45 %), Polyinen, den sog. En-in-dicycloethern (bis. 25 %) vgl. Formel sowie das nach Wasserdampfdestillation aus dem genuinen Matricin vgl. Formel gebildete Chamazulen (bis 15 %). Weitere Bestandteile der Droge sind Flavonoide, bes. Apigenin- und Luteolin-7-O-glucosid, Cumarine, u.a. Herniarin und Umbelliferon, sowie Schleimstoffe (ca. 10 %).
2. Matricariae aetheroleum (syn. Aetheroleum Chamomillae, Matricariae oleum, Oleum Chamomillae); Kamillenöl (syn. Ätherisches Kamillenöl), das äther. Öl aus den Blütenköpfchen.
Inhaltstoffe: analog wie Matricariae flos.